So schützen Sie Ihre Bandscheiben
So wichtig, so anfällig: Der Münchener Orthopaede Dr. Reinhard Schneiderhan weiß bei Problemen mit der Bandscheibe Rat

Mit den Jahren haben die meisten von uns immer häufiger mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Dr. Reinhard Schneiderhan, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, erklärt, was man in der Medizin heutzutage dagegen unternehmen kann.Warum machen uns die Bandscheiben immer mehr zu schaffen?
Durch die Belastung im Laufe des Lebens werden die Bandscheiben zusammengedrückt. Sie verlieren Flüssigkeit und damit an Elastizität, was sie spröder, anfälliger für Verletzungen und unflexibler macht.Was passiert, wenn eine Bandscheibe verschlissen ist?
Weil sie weniger elastisch ist, entstehen Risse in dem Faserring, der den Gallertkern umfasst. Durch die Risse kann der Kern hervorquellen. Dann reicht schon eine harmlose Drehung im Bett aus, um heftige Schmerzen auszulösen. Reißt der Faserring, und die gallertartige Masse tritt aus, handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall.Woran erkenne ich einen Bandscheibenvorfall?
Im Rücken schmerzt es uns häufiger als an anderen KörperstellenWie wird er behandelt?
Bei leichten Nerveneinengungen reicht oft bereits eine Physiotherapie oder Spritzen. Bleiben die Beschwerden bestehen, gibt es immer noch sanfte Alternativen zu offenen Operationen.Was verstehen Sie unter sanften Behandlungsverfahren?
Beispielsweise den Mikrolaser oder einen Wirbelsäulenkatheter. Bei beiden Verfahren benutzen Ärzte lediglich eine feine Sonde. Mithilfe des Mikrolasers werden der Bandscheibenkern und der umliegende Faserring geschrumpft. Kleine Einrisse verschließen sich, und die Bandscheibe erlangt wieder neue Stabilität.Über den Wirbelsäulenkatheter hingegen injiziert der Arzt schmerz-und entzündungshemmende Medikamente. Konzentrierte Kochsalzlösung entzieht dem Gewebe zudem Flüssigkeit, wodurch die Verwölbung schrumpft und die Nerven sich wieder entspannen.
Wann braucht man eine künstliche Bandscheibe?
Bei deutlichem Verschleiß mit starken chronischen Schmerzen im Rücken oder Nacken, die bis in Arme oder Beine ausstrahlen. Durch stetige Weiterentwicklungen der Implantate bleibt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im Gegensatz zur Versteifungs-OP erhalten.Daher eignet sich dieses Verfahren besonders bei aktiven, jüngeren Betroffenen unter 55 Jahren.
Wie kann ich vorbeugen?
Gehen Sie beim Heben schwerer Lasten immer in die Knie. Menschen mit sitzender Tätigkeit sollten Rücken und Kopf stets aufrecht halten, die Beine parallel auf den Boden stellen und die Sitzposition regelmäßig wechseln. Achten Sie zudem auf regelmäßige Bewegung. Bereits zehn Minuten Training pro Tag verhelfen zu einem starken, gesunden Rücken.Erste Hilfe bei akuten Beschwerden
Für einige Minuten flach hinlegen, die Unterschenkel ruhen im rechten Winkel auf einer erhöhten Unterlage. Nimmt Druck von den Bandscheiben und weitet den Wirbelkanal.
