Das Epiduroskop blickt in den Rückenmarkkanal

Wie mit den Augen einer winzig kleinen Schlange, die sich um zahlreiche Rückenstrukturen schlängelt, wirft der dafür geschulte Experte mithilfe des inzwischen nur noch 1,2 Millimeter dicken Epiduroskops einen Blick in nahezu jeden Winkel des Rückenmarkkanals. Dabei lassen sich bisher ungeklärte Schmerzursachen häufig deutlich erkennen. „Bei der Spiegelung ergibt sich für uns zum Beispiel die Möglichkeit, zwischen Entzündungen, Verklebungen, Engstellen oder Resten von Bandscheibenvorfällen zu unterscheiden und dementsprechend zu handeln", beschreibt der Orthopäde die Vorteile der minimalinvasiven Methode.
Durch eine kleine Öffnung im Kreuzbein schiebt der Experte das Epiduroskop unter Röntgenkontrolle in den Rückenmarkkanal. Nach erfolgter Diagnose bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an. „Im betroffenen Areal lösen wir dann mit einem Kaltlaser beispielsweise schmerzhafte Verklebungen, postoperative Narben oder behandeln Entzündungen, indem wir mithilfe eines zielgenau platzierten Katheters einen Medikamentenmix in der Nähe des betroffenen Nervs einspritzen", erläutert Schneiderhan.Im Normalfall dauert die Behandlung etwa eine Stunde. Sie wird in Schlafnarkose durchgeführt.
