Das Epiduroskop blickt in den Rückenmarkkanal

24.03.2011 Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz: Immer mehr Menschen leiden unter anhaltenden Rückenschmerzen. Doch mittlerweile können Ärzte einen Blick in den Wirbelsäulenkanal werfen und nähere Erkenntnisse über die Probleme gewinnen. „Bei dieser neuen Diagnose- und Behandlungsmethode handelt es sich um eine Spiegelung des Wirbelsäulenkanals", erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Wirbelsäulenliga.
Wie mit den Augen einer winzig kleinen Schlange, die sich um zahlreiche Rückenstrukturen schlängelt, wirft der dafür geschulte Experte mithilfe des inzwischen nur noch 1,2 Millimeter dicken Epiduroskops einen Blick in nahezu jeden Winkel des Rückenmarkkanals. Dabei lassen sich bisher ungeklärte Schmerzursachen häufig deutlich erkennen. „Bei der Spiegelung ergibt sich für uns zum Beispiel die Möglichkeit, zwischen Entzündungen, Verklebungen, Engstellen oder Resten von Bandscheibenvorfällen zu unterscheiden und dementsprechend zu handeln", beschreibt der Orthopäde die Vorteile der minimalinvasiven Methode.
Durch eine kleine Öffnung im Kreuzbein schiebt der Experte das Epiduroskop unter Röntgenkontrolle in den Rückenmarkkanal. Nach erfolgter Diagnose bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an. „Im betroffenen Areal lösen wir dann mit einem Kaltlaser beispielsweise schmerzhafte Verklebungen, postoperative Narben oder behandeln Entzündungen, indem wir mithilfe eines zielgenau platzierten Katheters einen Medikamentenmix in der Nähe des betroffenen Nervs einspritzen", erläutert Schneiderhan.Im Normalfall dauert die Behandlung etwa eine Stunde. Sie wird in Schlafnarkose durchgeführt.

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