06.04.2011

Viele Bücher und Hefte, dazu noch eine Brotzeit und Trinkflaschen. Grundschüler schleppen oft einen zu schweren Schulranzen mit sich herum. Was die Folgen einer zu hohen Belastung sind und was Eltern und Schulen dagegen machen können, weiß der Orthopäde Reinhard Schneiderhan.
Ab wann ist ein Schulranzen überhaupt zu schwer?
Das Gewicht des Schulranzens sollte nicht mehr als zehn Prozent des eigenen Körpergewichts betragen.
Sind Grundschüler besonders gefährdet, wenn ihr Schulranzen zu schwer ist?
Im Grundschulalter gibt es erhebliche Unterschiede in der Größe und der muskulären Ausbildung der Schüler. Zudem müssen Wachstumsschübe berücksichtigt werden. Es kommt immer wieder auf die individuelle Statur an.
Was können Folgen einer zu hohen Belastung sein?
In den meisten Fällen treten Muskelverspannungen und Rückenschmerzen auf.
Aber nicht immer sind zu schwere Schulranzen die Ursache.
Richtig. Viele Kinder bewegen sich zu wenig, sitzen zu lange und machen grundsätzlich zu wenig Sport. All das verursacht Rückenschmerzen.
Was können Eltern dagegen tun?
Im besten Fall wiegen sie den Ranzen ihres Kindes, um zu wissen, was sich alles darin befindet. Wichtig ist auch, wie der Ranzen getragen wird.
Wie muss ein Ranzen richtig sitzen?
Er muss unbedingt nah am Rücken aufliegen. Außerdem sollte ein Ranzen breite Gurte, gerade Auflageflächen und Lichtreflektoren haben.
Wie können die Schulen die Belastung verringern?
Indem sie Möglichkeiten bereitstellen, Bücher in der Schule aufzubewahren. Nicht jedes Buch wird zwingend für die Hausaufgaben gebraucht.
Was ist von Alternativmodellen wie Umhängetaschen oder Trolleys zu halten?
Umhängetaschen werden einseitig getragen und führen so auch zu einseitigen Belastungen. Sie sind daher nur bei einem geringeren Gewicht sinnvoll. Trolleys sind für längere Schulstrecken geeignet, jedoch problematisch bei Treppen.
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