Neuartige Spezialsonde: Nun lassen sich Rückenqualen an der Wirbelsäule besser erkennen und behandeln

Birgit S.: "Jahrelang bestimmte ein Bandscheibenvorfall mein Leben – jetzt bin ich endlich schmerzfrei"

16.06.2011

Entzündete Nerven hatten zu unerträglichen Schmerzen geführt - eine neue Behandlung brachte jetzt die Erlösung

bild04.jpgDr. Schneiderhan untersucht die Wirbelsäule seiner Patientin Birgit.
Bei Birgit Schanda-Wirth ist immer Leben in der Bude. Vier Kinder und ein kleiner Bauernhof mit Tieren halten sie den ganzen Tag auf Trab – und eigentlich liebt die 39-Jährige dieses Leben auch. Doch jahrelang bereitete ihr ein Bandscheibenvorfall tagein, tagaus höllische Schmerzen. Vor neun Jahren erwischte es sie zum ersten Mal. Seither ver­suchte sie es mit verschiedenen Therapien, doch nichts half richtig – bis ein zweiter Bandscheibenvorfall im vergangenen Herbst sie im wahrsten Sinne des Wortes endgültig in die Knie zwang. „Von den ersten Be­schwerden bis zu unerträglichen Schmerzen, die mich kaum auf­recht stehen ließen, ging es sehr schnell", erinnert sich die Haus­frau. „Bald mussten mir meine Eltern und Schwiegereltern hel­fen, die Kinder zu betreuen und alltägliche Aufgaben zu meis­tern – jede Bewegung bedeute­te eine Qual."

Die neue Methode bewirkt wahre Wunder

Sie versuchte es mit Spritzen,
bild02.jpgSo gelang der Eingriff: 1. Eine Spezialsonde wird in den Rückenmarkkanal eingeführt und ermöglicht dem Arzt, die schmerzhaften Stellen direkt mit Medikamenten zu versorgen.
Akupunktur, Krankengymnas­tik – doch nichts brachte die ge­wünschte Besserung. Ganz im Gegenteil: Ihr Zustand verschlechterte sich rapide...
Ihre letzte Hoffnung ist die Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen in München. Die Ärzte dort behandeln Band­scheibenvorfälle mit einer neu­artigen Therapie-Sonde – der sogenannten Epiduroskopie. Um die vierfache Mutter vor­ab zumindest kurzfristig von ihren Leiden zu befreien, spritz­te Dr. Schneiderhan seiner Pati­entin entzündungshemmende Medikamente. Dann begann er mit der Un­tersuchung. Dabei stellte sich heraus, dass neben einem Bandscheibenvorfall im Len­denwirbelbereich auch Rei­zungen an den Nervenwur­zeln starke Schmerzen hervorriefen.
In diesem Fall kann die Epiduroskopie tatsächlich wahre Wunder bewirken! Mit der neuen Diagnose- und Behand­lungsme­thode führt Dr. Schneiderhan zunächst
bild03.jpg2. Bei der minimalinvasiven Hitzesonden-Therapie werden kleine Sonden direkt an die schmerzhaften Wirbel gesetzt und auf 80 Grad erhitzt. So werden entzündete Nerven verödet und können keinen Schmerz mehr ausstrahlen.
eine Spiegelung der Wir­belsäule durch. Mithilfe des 1,2 Millimeter dün­nen Epiduroskops erhält der Experte so einen Blick in bei­nahe jeden Winkel des Rücken­markkanals. Die sogenannte Bildwandlerkontrolle verschafft ihm dabei einen genauen Ein­blick in Birgits Wirbelsäule.

Endlich wieder ein schmerzfreies Leben

So kann Dr. Schneiderhan die verklebten und eingeengten Nervenwurzeln lösen. Im nächsten Schritt injiziert er über die Spezialsondeschmerzlindernde Medikamente in die betroffenen Stellen. „Auf diese Weise er­reichen wir ein Schrumpfen des ausgetretenen Bandscheibengewebes und ent­lasten die gereizten Nerven", erklärt der Fachmann.
In einem dritten Schritt kommt dann noch die minimalinvasive Hitzesonden-Therapie zum Einsatz. Die winzig kleinen, nur 0,4 Milli­meter breiten Sonden werden von außen direkt an die Wirbelgelenke gesetzt und für einige Sekunden auf 80 Grad erhitzt. Dadurch werden bestimmte Nerven verödet und können keine Schmerzsignale mehr aussenden. Schon kurz nach dem Eingriff spürte die 39-Jährige, wie endlich der Druck und die Schmerzen nachließen.
bild01.jpgDie Arbeit auf ihrem kleinen Bauernhof macht der vierfachen Mutter endlich wieder Spaß.
Vier Tage lang musste sie in der Klinik blei­ben, danach halfen ihr ein stüt­zendes Korsett und gezielte Krankengymnastik, den Rü­cken erneut zu kräftigen.
Mittlerweile genießt Birgit wieder ein unbe­schwertes Leben. „Bis vor Kurzem bestimmten noch Schmerzmittel unseren Alltag und mein Rücken ent­schied für mich, welche Aktivitäten möglich sind", er­zählt sie glücklich. „Heute be­stimme ich wieder, ob es mit den Kindern zum Skifahren geht oder ob ich auf unserem Hof Holz hacke – endliche stehe ich wieder aufrecht und mit bei­den Beinen fest im Leben."

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