Bandscheibenvorfall - was tun?
Endlich schmerzfrei!

Auf dem Bauernhof von Birgit Schanda-Wirth (39) gibt es immer was zu tun: Tiere füttern, Feldarbeit, Holz hacken. Bis vor kurzem konnte die vierfache Mutter das nur mit Medikamenten ertragen. Sie hatte einen Bandscheibenvorfall. Stechende Schmerzen quälten ihren Rücken, ihre Beine waren taub und kraftlos. Weder Akupunktur noch Spritzen konnten helfen. „Irgendwann war der Alltag ohne Hilfe nicht mehr zu bewältigen", erzählt sie.
Die Wirbelsäule wird von innen gespiegelt
"Wir können jetzt die gereizten Nerven ohne OP entlasen." Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus MünchenWaren die Ärzte bisher auf Computer- und Kernspintomografie angewiesen, erleichtert jetzt eine neue Methode Diagnose und Behandlung: die Epiduroskopie, eine Spiegelung der Wirbelsäule von innen (siehe unten). „Wir haben so die Möglichkeit, zwischen Entzündungen, Verklebungen, Engstellen oder Resten von Bandscheibenvorfällen zu unterscheiden", so Dr. Reinhard Schneiderhan.
Arztgespräch: Der Orthopäde erklärt der Patientin Birgit Schanda-Wirth die Untersuchungsmethode.Die Entzündung geht zurück
Der Münchner Orthopäde konnte der Patientin schnell helfen: „Wir fanden die Stelle sofort und spritzten Entzündungshemmer. Das ausgetretene Gewebe der Bandscheibe schrumpfte wieder."Dank der neuen Methode und Krankengymnastik ist Birgit Schanda-Wirth heute schmerzfrei und froh, dass sie nicht operiert werden musste - so wie 60000 andere Patienten jährlich.
Die Fakten: Bandscheibenvorfall
Hat die Bandscheibe Risse, tritt Flüssigkeit aus und der Spiralnerv wird eingeengt. Das führt zu Beschwerden.
Entstehung. Die 23 Bandscheiben (rot) der Wirbelsäule bestehen aus zwei Teilen: dem äußeren Faserring und dem inneren Gallertkern, einer zähen Masse. Der Kern sorgt für die hohe Beweglichkeit der Wirbelsäule, federt Stöße ab. Durch Belastung, wie schweres Heben, kann der Faserring reißen. Dann tritt die Flüssigkeit des Gallertkerns aus und drückt auf den Spiralnerv im Wirbelkanal.
Symptome. Akute, stechende Schmerzen, die beim Stehen oder Sitzen stärker werden. Sie können bis in die Arme oder Beine ausstrahlen. Außerdem kann es zu Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit kommen.
Die Nachbehandlung: Physiotherapie
Gymnastik: Tägliches Muskeltraining stärkt die WirbelsäuleMuskeln aufbauen. Die Stabilisierung der Rückenmuskulatur ist nach einem Bandscheibenvorfall besonders wichtig. Die gesamte Wirbelsäule würde sich sonst nicht aufrecht halten können. Weitere schmerzvolle Bandscheibenvorfälle wären die Folge.
Tägliches Training. Stellen Sie sich ein leichtes Programm aus Muskelübungen zusammen. Dabei sollten Sie die Bauchmuskeln nicht vergessen. Sie bilden ein wichtiges Gegengewicht zum Rücken - vor allem beim Heben von Gegenständen.
1. Rücken stärken. Auf eine weiche Unterlage legen, die Fußspitzen anziehen, Knie leicht beugen. Mit den Handkanten in die Unterlage drücken. Rumpf anspannen. Spannung für zwei Atemzüge halten. Danach sanft lösen und dreimal wiederholen.
2. Bauch kräftigen. Seitliche Liegestütze: Auf die rechte Seite legen. Mit dem Unterarm abstützen. 10- bis 15-mal Hüfte anheben und wieder senken. Dreimal wiederholen. Dann mit der anderen Seite.
Die Diagnose: Epiduroskopie
Mit der schmerzfreien Methode wird der eingeklemmte Nerv schneller gefunden - und sofort therapiertSpiegelung. Durch eine Öffnung im Kreuzbein (links) schiebt der Arzt ein 1,2 Millimeter dickes Epiduroskop, einen flexiblen Schlauch, in den Rückenmarkskanal. Eine Mini-Kamera erleichtert das Finden der Schmerzursache. Dabei liegt der Patient in Schlafnarkose auf dem Bauch.Sofort-Therapie. Schon bei der Diagnose ist eine Behandlung möglich. Verklebte Nervenwurzeln können gelöst, entzündungshemmende Medikamente eingespritzt werden.
