Schmerzfrei auf Knopfdruck – Zwei neue Techniken helfen bei starken Rückenschmerzen
Täglich lesen wir über neue Fortschritte der modernen Medizin. Trotzdem musste Renate Kohlmann (46) sieben lange Jahre warten, bis sie ihre furchtbaren Rückenschmerzen endlich los wurde. Diese Jahre bezeichnet sie heute als die schlimmsten ihres Lebens: „Es begann mit einem Kasten Mineralwasser, den ich im Regen schnell aus meinem Kofferraum ausladen wollte. Plötzlich schoss ein stechender Schmerz in mein Kreuz. Der sollte mir die nächsten Jahre zur Hölle machen."

Über zwei Elektroden neben der Wirbelsäule schaltet der Schmerz-Schrittmacher die Rückenschmerzen ausAls Renate Kohlmann endlich zu dem Spezialisten in die Praxisklinik Dr. Schneiderhan kam, rechnete sie zunächst mit einem neuen Eingriff. Doch das war nicht mehr möglich: „Eine weitere Operation hätte keinen Erfolg mehr gehabt, weil sich neue Narben gebildet und die Schmerzen sogar noch verschlimmert hätten", so Dr. Ismail. Trotzdem konnte er seiner Patientin Hoffnung machen: „Wenn alle anderen Behandlungen versagt haben, können wir Ihnen einen Schmerzschrittmacher implantieren." Renate Kohlmann war verblüfft. Dieses kleine Gerät, das ihr der Arzt zeigte, sollte die Rettung sein? Heute weiß sie: „Es war die beste Entscheidung meines Lebens."
Dr. Ismail (li.) und Dr. Schneiderhan haben sich seit über 15 Jahren auf die Behandlung von akuten und chronischen Rückenschmerzen spezialisiertDr. Ismail erklärt die Wirkung so: „Wir erreichen damit eine deutliche Verminderung der Schmerzen. Für manche Patienten, die sich oft schon vergeblich einer OP unterzogen haben, ist diese Therapie der einzige Ausweg, um eine dauernde Medikamenteneinnahme zu vermeiden. Die Betroffenen müssen oft stärkste Schmerzmittel schlucken, die natürlich erhebliche Nebenwirkungen haben. Durch die Behandlung mit dem Anti-Schmerz-Schrittmacher kommen sie dann mit weniger und schwächeren Medikamenten aus. Das verbessert die Beweglichkeit und die Lebensqualität. Leichte körperliche Arbeiten und Sportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen werden wieder möglich." Renate Kohlmann kann ihr Glück noch gar nicht richtig fassen: „Wenn meine Schmerzen beginnen und ich das Gerät einschalte, spüre ich die Wirkung wie eine innere Massage in meinem Kreuz. Das Schönste dabei: Die Schmerzen sind weg."
Wirbelsäule von innen sehen und behandeln – Neue Behandlungsmethode mit dem E-Kath, Radimed
Auch der Kölner Polizeihauptmeister Jochen Sander (58) hat bereits eine erfolglose Rückenoperation hinter sich.Er wurde wegen eines verengten Wirbelkanals operiert, weil wucherndes Knochengewebe die empfindlichen Nerven immer stärker einengte.
Dr. Schneiderhan zeigt den neuen nur 1,2 mm dünnen und flexiblen E-Kath, er vereint Epiduroskop und Katheter„Meine Schmerzen saßen tief im Kreuz und zogen beim Laufen bis tief hinunter ins Bein. Das war so schlimm, dass ich mich in den Innendienst versetzen lassen musste." Doch die Schmerzen kamen trotzdem wieder. Einer zweiten Operation wollte sich Jochen Sander nicht mehr unterziehen. Als er auch bei mehreren anderen Ärzten keine Hilfe fand, empfahl ihm ein Kollege den Münchner Wirbelsäulen-Spezialisten Dr. Schneiderhan. Er konnte dem Polizisten tatsächlich mit einem ganz neuen Katheter - dem E-Kath („E" für Epiduralraum) helfen, den Dr. Schneiderhan aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung an bisher über 30.000 behandelten Patienten selbst entwickelt hat: „Der neue Katheter ist mit 1,2 Millimetern Durchmesser extrem dünn und lässt sich deshalb besonders schonend einsetzen. Zudem ist es uns gelungen, in die Spitze dieses ohnehin schon winzigen Instruments noch eine Mikro-Videosonde einzubauen, mit der wir jeden Winkel des Wirbelkanals auf gestochen scharfen Bildern von innen betrachten können."
Bei dieser Wirbelkanalspiegelung (Fachausdruck: Epiduroskopie) führt Dr. Schneiderhan den Katheter durch eine kleine Öffnung durch die Haut und das Kreuzbein ein und leitet ihn bis zu der Stelle vor, an der die Schmerzursache liegt. Dadurch kann er bisher ungeklärte Schmerzursachen deutlich erkennen. Bei der Spiegelung ergibt sich auch die Möglichkeit, zwischen Entzündungen, Verklebungen, Engstellen oder Resten von Bandscheibenvorfällen zu unterscheiden und dementsprechend zu handeln. Dr. Schneiderhan: „So können wir beispielsweise schmerzhafte Verklebungen oder postoperatives Narbengewebe lösen oder Entzündungen durch Einspritzen hochwirksamer Medikamente direkt in die Nähe des betroffenen Nervs behandeln." Jochen Sander war begeistert: „Ich habe keine Schmerzen mehr und kann wieder ganz normal Dienst tun."
