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Sie ist der Stoßdämpfer zwischen unseren Wirbeln, und wenn sie Schaden nimmt, kann das ziemlich wehtun. Die Bandscheibe - ein Bild-Report über das Heil und Heul mit ihr
23 Bandscheiben stecken in unserer Wirbelsäule und die stehen ständig unter Druck. wie Stoßdämpfer beim Auto federn sie Erschütterungen ab, sorgen dafür, dass wir uns reibungslos bewegen können. Schmerzhaft kann es aber werden, wenn die Polster-Mechanik Risse bekommt. Was dann zu tun ist, und wie die Bandscheibe lange geschmeidig bleibt, erklären Experten in Bild am Sonntag.

Was sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen?
Dr. Reinhard Schneiderhan, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga: "Einseitige Körperhaltungen, wie langes Sitzen, sowie Arbeiten mit nach vorn geneigtem Oberkörper, wie es zum Beispiel bei Köchen vorkommt. Aber auch langes Stehen, wie es Verkäuferinnen tun müssen. Weitere Ursachen sind Fehlbelastungen und Überlastungen, ungenügend ausgebildete Rücken- und Rumpfmuskulatur sowie Übergewicht. Die Bandscheiben werden dadurch falsch belastet, die Wirbelgelenke überlastet. Langfristig kann ein Bandscheiben- sowie Wirbelgelenkverschleiß, also eine Arthrose, entstehen."Wie erkennt der Arzt einen Bandscheibenvorfall?
Dr. Schneiderhan. "Ganz wichtig ist es, mit dem Patienten lange, das heißt mindestens 15 Minuten, über die Schmerzen zu sprechen. Wann und wo treten sie auf? Und wie lange schon? Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung findet der Arzt erhebliche Muskelverspannungen und Schmerzen an Armen oder Beinen bei Bewegungen oder Dehnungen. In seltenen Fällen sehen wir neurologische Ausfallerscheinungne, wenn sich ein Fuß oder eine Hand pelzig oder taub anfühlen, oder der Patient durch muskuläre Schwächen Probleme beim Gehen hat. Eine Computer- oder Kernspintomographie macht Bandscheibenvorfälle sichtar und zeigt deutlich die Ausdehnung an. Dort wird auch sichtbar, ob hervorgetretenes Bandscheibengewebe auf Rückenmark oder Nervenwurzeln drückt."Wie viele Bandscheiben-Operationen finden pro Jahr in Deutschland statt?
Dr. Schneiderhan: "Präzise Zahlen gibt es nicht, da keine einheitliche Erhebung stattfindet. Aber wir schätzen die Zahl der Bandscheiben-Operationen in Deutschland auf circa 100 000 pro Jahr. Viele von ihnen sind jedoch unnötig und erfolgen zu schnell. Trotzdem ist die Tendenz sogar noch steigend."Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer OP etwas schiefgeht?
Dr. Schneiderhan: "Erfolgt der Eingriff durch einen erfahrenen Operateur in einem spezialisierten Wirbelsäulenzentrum oder durch einen Operateur in einer spezialisierten Klinik, ist die Komplikationsrate extrem gering. Jeder Betroffene sollte den Operateur fragen, wie viele Bandscheiben-OPs er bereits durchgeführt hat. Ein Vergleich von Spezialisten und ihrer Erfahrung lohnt sich hier wirklich."
